Menschheit

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koreanische Flüchtlinge

Koreanische Kriegsflüchtlinge / Wiki-Commons


Als im Sommer 2015 Angela Merkel, als Mutter der Nation, vor das verunsicherte Volk trat und verkündete „Wir schaffen das!“, und mit „das“ meinte, tausenden von notleidenden Menschen eine menschenwürdige Zukunft zu geben, da war ich einen kurzen Moment lang richtig stolz darauf Deutscher zu sein.
So wie ich vor 9/11 richtig stolz darauf war eingebildeter Amerikaner zu sein.
Aber dann holte uns alle wieder die Realität der Macht und des Machbaren ein. Angela Merkel blieb allein, ja nicht mal aus dem linken Lager bekam sie eindeutige Unterstützung. Alle etablierten Parteien begannen plötzlich wieder Begriffe aus dem Wörterbuch des Unmenschen zu benutzen, da wurde und wird von „Wellen“ und von „Überschwemmung“ geredet. Es wird von „Überforderung“ schwadroniert, und dabei versuche ich noch immer herauszufinden, wer hier von wem Zuviel fordert.
Als es darum ging, die Bänker der westlichen Welt aus deren selbstverschuldeter Misere zu retten, da hatte man Billionen (mit einem ‚B‘) an Euro, Dollar und Pfund innerhalb von Tagen für diese bereitgestellt.
Doch jetzt, da es darum geht, hunderttausende von Menschen zu retten, redet ein jeder nur noch davon, die Fenster und Türen dicht zu machen und die Tore zu verrammeln. Und das nur wenige Wochen vor Weihnachten – dem Fest, welches an das Schicksal des Flüchtlings Jesus Christus erinnern soll. Wissen Sie, woran ich denken muss, wenn ich diese Trecks von gepeinigtem menschlichem Elend sehe?
Ich denke an meine Tante Dora, an Oma Lene und an Großvater Hugo im Kurlandkessel.

Ich glaube immer weniger an die Lernfähigkeit des Menschen, und nähere mich rapide dem Zeitpunkt, wo ich mich dem Statement der geschundenen Kreatur am Ende von Coppolas Film ‘Frankenstein’ anschließen möchte: „I have had enough of man“
Momentan erscheint mir als Siedlungsort Antarktika immer attraktiver – und ich meine das ganz ohne Ironie.

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