Hass

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Fußtritt des Hasses

Sokaeiko / pixelio.de


Die da hassen und Hass predigen
Der Hass, den wir mit uns durchs Leben tragen, der ist uns vererbt von unseren Vätern, Müttern und all denen, die vor uns hassten. Während der wache Verstand krampfhaft nach Ausreden, ja Rechtfertigungen für das Unrechtfertigbare sucht – und sie allzu oft in der Gestalt plumpester Vorurteile findet – so ist die Wurzel des Hasses doch nie in der Ratio begründet.
Was sollte denn ein Neonazi auch an mir „rational“ hassen können? Er kennt mich doch gar nicht.
Und wer mich kennt, der mag mich vielleicht nicht, aber wenige die mich kennen würden sich die Mühe machen auch nur einen Schuh – geschweige denn einen Pflasterstein – nach mir zu werfen.

Wie kann es sein, dass jemand wie Horst Mahler erst für linke Terroristen bombt, und hernach fast nahtlos für alte und neue Nazis Hass und Gewalt durch alle Lande trägt?

Wieso sind es die, ehemals christlichen, Konvertiten und die im Westen aufgewachsenen Kinder von muslimischen Migranten, welche den gewaltsamsten Teil des islamischen Terrors darstellen – und eben nicht Menschen, die von Kindheit an in traditionell islamischen Gesellschaften aufwuchsen?
Warum hassen die einander am innigsten, deren Schicksal sie eigentlich als natürliche Verbündete darstellt?
Denn selbst unter den Terroristen sind es vor allem die Kinder der Unterschicht oder solche aus zerrütteten Familien, welche man zu Selbstmordoperationen animiert – während die, zumeist der bürgerlichen Elite entstammende, intellektuelle Führung des Terrors sich wohlweislich im Hintergrund aufhält. Weder Osama bin Laden noch Mullah Omah haben sich eine Dynamitweste umgeschnallt, um den Tod als Märtyrer im Nahkampf zu suchen. Nein, diese Herren starben beide in Reichweite ihrer Fernbedienung, und auch das nicht mal auf eigenen Wunsch.

Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Hermann Göring, Josef Stalin, Mao Zedong, Pol Pot all diese Verkünder des edlen Heldentodes haben sich selber bis zuletzt ans Leben geklammert – und sind als Prediger des Hasses wie die Feiglinge krepiert, die sie waren.

Woher kommt der Hass?
Wenn die Regeln des Hasses also nicht die der Ratio sind, wessen sind sie dann?
Woher kommt diese Wut auf „den anderen“, dieses Zuschlagen wollen, der unbändige Wunsch nach Vernichtung eines Gegners den man nicht mal kennt? Als ich mir diese Fragen stelle, da musste ich an die dunklen Geheimnisse meiner eigenen Familie denken, jene Geschichten, die man sich nur hinter vorgehaltener Hand erzählt und tunlichst von allen Außenstehenden fernhält:
  • An meinen afrikanischen Großvater Theo, der wie ein (der damals so verhassten) Libanese(n) aussah, und dessen cholerische Temperamentsumschwünge ihn zugleich berühmt und berüchtigt machten.
  • An meinen deutschen Großvater, dessen Namen ich nicht mal kannte, weil er in einem Krieg kämpfte und starb, dessen großes Ziel es war, die Existenz von einem wie mir auf immer zu verhindern.
  • Und mir kamen all die unterdrückten Bilder meiner eigenen Kindheit wieder in den Sinn, und auf einmal wurde es mir klar.
Wir vererben den Hass auf unsere Kinder, ebenso selbstverständlich wie das Sparbuch und die Briefmarkensammlung. Er pflanzt sich fort von Generation zu Generation, wie ein Wurm im Eingeweide der Menschheit. Er kann das tun, unbehelligt vom grellen Licht der Wahrheit, denn – „über diese Dinge spricht man nicht“.

Mehr über die drei Geschwister – Furcht, Wut und Hass – lesen Sie hier.
Die Furcht vor den dunklen Schatten des eigenen Ich – und die Wut welche aus ihr erwächst – sind die Ursachen des Hasses
Wer hasst, mit dem kann man nicht argumentieren, nicht räsonieren und auch nicht (mehr) verhandeln.
Aber was man vielleicht bewirken kann, ist, dass er diesen Hass mit sich ins Grab nimmt und seinen Kindern eine Welt voll Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit erspart.
Denn was du im Fremden fürchtest, das hat nichts mit dem zu tun, was er dir angetan – denn du kennst „den da“ ja gar nicht. Aber es hat alles damit zu tun, wer dir als Kind die Furcht in deine Seele pflanzte.
Ich will eine Zukunft, in der jeder nach seinen Taten beurteilt wird, und nicht danach wer seine Eltern waren, welcher Rasse, Religion oder welchem Geschlecht man angehört. Um meinen – kleinen – Beitrag zu einer solchen Welt zu leisten, dafür habe ich dieses Buch geschrieben.

Um zu lesen, warum Fremdenhass auch ohne Fremde geht, klicken Sie bitte hier.