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Blick auf Pitigliano

Matthias Brinker / pixelio.de

Land- und Lebensgeschichten
Als ich gegen Ende 2013, nach einem schweren Projekt und der ziemlich dramatischen Trennung von meiner damaligen Verlobten, Erholung in den Città di Tufo der Toskana suchte, da verbrachte ich viele sehr erholsame Wochen bei einer Deutsch-Italienerin in der Nähe von Pitigliano. Die kleine, als Wehrdorf gegründete, Stadt thront auf einem Felsplateau, inmitten einer Landschaft die durch enorme vulkanische Explosionen in der Erdgeschichtlich relativ jungen Zeit von vor dreihunderttausend Jahren aus glühender Lava geformt wurde.
Die ganze Gegend ist Geschichte. Es gibt dort nicht einen Stein welcher nicht von dem Blut, dem Schweiß und den Tränen derer erzählt die hier seit den Zeiten der Etrusker versuchten dem blanken Fels ein bescheidenes Leben abzuringen.
Meine eigene Hauswirtin hatte eine sehr traumatische Kindheit voller Diskriminierung hinter sich, weil sie sich als Mädchen nicht den Vorurteilen einer erzkonservativ-katholischen Umgebung unterwerfen wollte. Ihre Ehe zu einem der „High Profile“ Manager eines international tätigen Weltkonzerns verlief gleichfalls nicht besonders glücklich. Und so kam sie nach vielen Jahren wieder in ihre alte Heimat zurück, um Ruhe und Frieden an der Seite ihrer einst verschmähten Jugendliebe zu finden.

Müde des immer gleichen Pfades
Ich musste lange über diesen verschlungenen, und am Ende auf sich selbst zurückführenden, Lebensweg nachdenken, während ich die alten Eselspfade in die Schlucht hinab, und zur Stadt hinauf stieg, wieder und immer wieder.
Enge Gassen die in den harten Berg gehauen wurden, und deren felsige Stufen bereits von Alter und Abnutzung gebeugt waren als die Etrusker diese Landschaft noch als junges Volk durchwanderten. Vorbei an den Gräbern großer Fürsten, deren Knochen lang vermodert und zerfallen sind. Noch bis in die 50’er Jahre des letzten Jahrhunderts musste jedes Gramm Ware, jeder Liter Wasser auf dem Rücken von Mensch und Tier diese Bergwände hinaufgeschleppt werden – so wie es schon die Väters-Väter vor tausenden von Jahren taten.
Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, der Pfad seinen Charme verloren und ich war es müde diesen Weg immer wieder von neuem zu durchklettern. Und musste doch erneut hinab und wieder hinaufsteigen. Da überkam mich die Erkenntnis meines Lebens wie ein Dammbruch.

Hier weiterlesen über den Hass.
Fußtritt des Hasses

Sokaeiko / pixelio.de


Die da hassen und Hass predigen
Der Hass, den wir mit uns durchs Leben tragen, der ist uns vererbt von unseren Vätern, Müttern und all denen, die vor uns hassten. Während der wache Verstand krampfhaft nach Ausreden, ja Rechtfertigungen für das Unrechtfertigbare sucht – und sie allzu oft in der Gestalt plumpester Vorurteile findet – so ist die Wurzel des Hasses doch nie in der Ratio begründet.
Was sollte denn ein Neonazi auch an mir „rational“ hassen können? Er kennt mich doch gar nicht.
Und wer mich kennt, der mag mich vielleicht nicht, aber wenige die mich kennen würden sich die Mühe machen auch nur einen Schuh – geschweige denn einen Pflasterstein – nach mir zu werfen.

Wie kann es sein, dass jemand wie Horst Mahler erst für linke Terroristen bombt, und hernach fast nahtlos für alte und neue Nazis Hass und Gewalt durch alle Lande trägt?

Wieso sind es die, ehemals christlichen, Konvertiten und die im Westen aufgewachsenen Kinder von muslimischen Migranten, welche den gewaltsamsten Teil des islamischen Terrors darstellen – und eben nicht Menschen, die von Kindheit an in traditionell islamischen Gesellschaften aufwuchsen?
Warum hassen die einander am innigsten, deren Schicksal sie eigentlich als natürliche Verbündete darstellt?
Denn selbst unter den Terroristen sind es vor allem die Kinder der Unterschicht oder solche aus zerrütteten Familien, welche man zu Selbstmordoperationen animiert – während die, zumeist der bürgerlichen Elite entstammende, intellektuelle Führung des Terrors sich wohlweislich im Hintergrund aufhält. Weder Osama bin Laden noch Mullah Omah haben sich eine Dynamitweste umgeschnallt, um den Tod als Märtyrer im Nahkampf zu suchen. Nein, diese Herren starben beide in Reichweite ihrer Fernbedienung, und auch das nicht mal auf eigenen Wunsch.

Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Hermann Göring, Josef Stalin, Mao Zedong, Pol Pot all diese Verkünder des edlen Heldentodes haben sich selber bis zuletzt ans Leben geklammert – und sind als Prediger des Hasses wie die Feiglinge krepiert, die sie waren.

Woher kommt der Hass?
Wenn die Regeln des Hasses also nicht die der Ratio sind, wessen sind sie dann?
Woher kommt diese Wut auf „den anderen“, dieses Zuschlagen wollen, der unbändige Wunsch nach Vernichtung eines Gegners den man nicht mal kennt? Als ich mir diese Fragen stelle, da musste ich an die dunklen Geheimnisse meiner eigenen Familie denken, jene Geschichten, die man sich nur hinter vorgehaltener Hand erzählt und tunlichst von allen Außenstehenden fernhält:
  • An meinen afrikanischen Großvater Theo, der wie ein (der damals so verhassten) Libanese(n) aussah, und dessen cholerische Temperamentsumschwünge ihn zugleich berühmt und berüchtigt machten.
  • An meinen deutschen Großvater, dessen Namen ich nicht mal kannte, weil er in einem Krieg kämpfte und starb, dessen großes Ziel es war, die Existenz von einem wie mir auf immer zu verhindern.
  • Und mir kamen all die unterdrückten Bilder meiner eigenen Kindheit wieder in den Sinn, und auf einmal wurde es mir klar.
Wir vererben den Hass auf unsere Kinder, ebenso selbstverständlich wie das Sparbuch und die Briefmarkensammlung. Er pflanzt sich fort von Generation zu Generation, wie ein Wurm im Eingeweide der Menschheit. Er kann das tun, unbehelligt vom grellen Licht der Wahrheit, denn – „über diese Dinge spricht man nicht“.

Mehr über die drei Geschwister – Furcht, Wut und Hass – lesen Sie hier.
Die Furcht vor den dunklen Schatten des eigenen Ich – und die Wut welche aus ihr erwächst – sind die Ursachen des Hasses
Wer hasst, mit dem kann man nicht argumentieren, nicht räsonieren und auch nicht (mehr) verhandeln.
Aber was man vielleicht bewirken kann, ist, dass er diesen Hass mit sich ins Grab nimmt und seinen Kindern eine Welt voll Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit erspart.
Denn was du im Fremden fürchtest, das hat nichts mit dem zu tun, was er dir angetan – denn du kennst „den da“ ja gar nicht. Aber es hat alles damit zu tun, wer dir als Kind die Furcht in deine Seele pflanzte.
Ich will eine Zukunft, in der jeder nach seinen Taten beurteilt wird, und nicht danach wer seine Eltern waren, welcher Rasse, Religion oder welchem Geschlecht man angehört. Um meinen – kleinen – Beitrag zu einer solchen Welt zu leisten, dafür habe ich dieses Buch geschrieben.

Um zu lesen, warum Fremdenhass auch ohne Fremde geht, klicken Sie bitte hier.
Stacheldraht und Fremdenhass

Bigmama / pixelio.de


Nach dem Krieg kamen 12 bis 14 Millionen Vertriebene aus den verlorenen deutschen Ostgebieten in ein völlig verwüstetes und vom Feind besetztes Land. Was war damals der erste Vorwurf, der diesen von Krieg und Flucht zerzausten und verlausten „Horden“ aus dem Osten gemacht wurde? Dass sie ja eigentlich gar keine richtigen Deutschen seien und überhaupt woanders Zuflucht suchen sollten. Danach kam dann das Wirtschaftswunder.
Ich habe keinerlei Verständnis für dass Gejammer der “besorgten Bürger” auf höchstem Niveau. Bisher ist noch niemandem wegen der Flüchtlinge die Rente gekürzt oder die Sozialhilfe gestrichen worden, auch wenn man vielerorts anderes suggeriert. Gerade vom Osten der Republik, ebenso wie von Bayern, bin ich zutiefst enttäuscht, sind dies doch beides Regionen, welche ehedem vor allem für ihre bittere Armut im Reich bekannt waren – bevor die Ausländer kamen, um dort zu investieren.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Realität des rein-weißen Arbeiter- und Bauernstaates (DDR), an dieses nie enden wollende Elend des ewigen Mangels. Der verfaulten Kartoffeln im Konsum und der schokoladenfreien Schokolade im HO. Der Herrschaft des Einmachglases und dem Triumph der Runkelrübe.
Zum Ende des Jahres 2014 habe ich noch in der Nähe von Dresden gearbeitet, und war davor in Leipzig tätig. Schon damals war man dort besonders ausländerfeindlich eingestellt und ich musste mich vorsehen, wo ich da meine braune Haut zu Markte trug. Und das obwohl ich vor Ort fast der einzige „meiner Art“ war, die Plattenautobahn schon lange dem Asphalt gewichen war und sich nun jeder am Sonntag frische Brötchen kaufen kann, ohne dafür erst stundenlang Schlange stehen zu müssen.
Man hasst dort Fremde, weil einem das Misstrauen gegen alle Auswärtigen von Kindesbeinen an so beigebracht wurde. Fremdenhass braucht keine Fremden, um zu wachsen, die braucht er nur, um später noch in Form zu bleiben.

Über die Austauschbarkeit von Feindbildern und Klischees, lesen Sie hier.
Die Austauschbarkeit von Feindbildern

Helmut J. Salzer / pixelio.de


War es zu meines Vaters Zeiten der Buschneger, vor dessen Lustattacken keine weiße Frau (ohne ihren männlichen, weißen Beschützter) sicher war, so ist es heute der dunkelhäutige Araber – oder jeder, der auch nur so aussieht – welcher die Angst und den Schrecken des Terrorismus um sich verbreitet. Wobei die westlichen Medien, schon um der Einschaltquoten willen, diese Furcht fleißig mitpropagandieren – ganz wie abgeschrieben aus Veit Harlans Machwerk “Der ewige Jude“.
Wer immer noch an der liebgewonnenen Einzigartigkeit – und damit der vorgeblichen Wahrhaftigkeit – seines Anti-Moslemischen, Anti-Arabischen, Anti-DieSprechenUndSehenAlleSoKomischAus Feindbildes festhalten will, der sehe sich ruhig die Darstellung von Schwarzen in Filmen aus den 50er und 60er Jahren an. Dort wird „der Neger“ nicht nur so genannt, sondern auch durchweg als viehische, von seinen lüsternen Trieben beherrschte Kreatur porträtiert, der man höchstens in seiner Inkarnation als servilem Domestiken den Rücken kehren durfte.
Kein Wissenschaftler, Soziologe, Völkerkundler, Politiker oder Philosoph meiner Kindheitszeit traute Schwarzen so etwas wie echte Zivilisation zu. In keinem Geschichtsbuch meiner Jugend fanden sich irgendwelche Referenzen zu den Königen von Kusch – den nubischen Herrschern des alten Ägyptens, zu Mansa Musa (Musa Keita),einem der reichsten Herrscher aller Zeiten aus dem heutigen Mali, oder den glorreichen Asantehene – den „Herren des Goldes“ aus dem heutigen Ghana. Schwarze galten durchweg als gewalttätige, bestialische und doch feige Wesen, mehr den Tieren des Dschungels denn dem Menschen verwandt.
Ja die amerikanische Verfassung, mit ihrem noblen Anspruch darauf, dass „alle Menschen gleich erschaffen sind“, sah speziell für die eigene schwarze Bevölkerung eine Ausnahme von dieser Regel vor. Und der bei uns auch heute noch oft bewunderte Napoleon führte als eine seiner ersten Regierungsmaßnahmen die Sklaverei auf den westindischen Inseln wieder ein, die unter seinen revolutionären Vorgängern abgeschafft worden war. Daraufhin brach in Haiti eine Revolution aus, die von Napeolon brutalst bekämpft wurde und unter den Folgen jenes Unabhängigkeitskrieges hat das Land bis heute zu leiden. All dies tat jedoch dem Ruf des korsischen “Weltgeists zu Pferde” weder damals noch heute Abbruch – bezeichnenderweise.
Die Klischees sind austauschbar, und wenn ich das eine als falsch erkannt ablehne, dann kann ich nicht das andere bejahen, nur weil dessen offizielle “ad-acta Legung” noch einige Jahrzehnte auf sich warten lässt.

Es gilt eine einfache, aber nichtsdestotrotz schwierige Wahl zu treffen. „Ja“ zu sagen zum Einwanderungsland Deutschland und sich damit die Möglichkeit der Lenkung und der Steuerung zu erhalten und eine Zukunft aufzubauen, in welcher der Neuankömmling erhobenen Hauptes durch die Pforte schreiten kann, dorthin, wo man ihn willkommen heißt.
Oder eine Zukunft der Verlogenheit zu erwählen, in der sich eine Politikergeneration nach der anderen damit brüstet, dass sie noch harscher und unfreundlicher zu „den Fremden“ sein kann als ihre Vorgänger, während ebendiese Fremden immer weiter ins Land strömen aber nun nicht mehr willkommen sind – und somit auf Dauer Fremde bleiben.
Wie diese Realität dann aussehen wird, kann sich jeder der will in den USA anschauen.
In den Barrios der großen Städte wachsen – von Los Angeles bis Chicago – die Kinder von Millionen Immigranten heran, denen man Tag für Tag in Radio, Fernsehen, den Zeitungen und auf der Straße hinterher ruft, ja schreit: „Wir wollen euch hier nicht, ihr dreckigen [HierRassistischesSchimpfwortDerWahlEinsetzen].“ Das Ergebnis ist ebenso hoffnungslos wie vorhersagbar – diese Kids lehnen die sie umgebende bürgerliche Gesellschaft ebenso ab, wie diese sie ablehnt.

Hier und heute wird Deutschland entscheiden, welche dieser zwei Alternativen es für sich wählt – und wird mit den Folgen dieser Entscheidung auf Generationen hinaus leben müssen.

Gedanken zur Frage ob man Fremdenfeindlichkeit überwinden kann, finden sie hier.
Wie überwindet man den Tod und die Zerstörung?
Gar nicht, denn wer tot ist, der ist tot, und was kaputt ist kaputt.
Der Trick besteht darin, am Leben zu bleiben und dabei möglichst wenig kaputt zu machen.
Hass erzeugt nur Hass und vermehrt sich deshalb wie das Pantoffeltierchen in der feuchtwarmen Kloake.
„Wehret den Anfängen“ ist leicht gesagt, bis der Anfang dann vor der eigenen Türe steht und mit all dem Geschmeichel des versierten Heuchlers um Einlass bittet. Wer den Hass bekämpfen will, der fange bei sich selber an, und nichts ist schwieriger als Monster zu bekämpfen, ohne dabei selber eins zu werden.

Warum ich mich mit den Flüchtlingen identifiziere, erzähle ich hier.
Ich identifiziere mich mit “diesen Menschen”, weil auch ich in meiner Kindheit von meiner weißen Umwelt oft als Bedrohung – als ein Vorbote des Feindes, jener fremdländischen Gefahr – wahrgenommen wurde.
Wenn ich zum Beispiel im Fernsehen sah, wie der weiße Tarzan seine Frau vor bösen Urwaldnegern retten musste, oder wir als Kinder „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ spielten, musste ich dabei immer an meinen Vater denken. Warum man wohl Angst vor ihm haben sollte?

Wie das Deutschland der Zukunft aussehen wird, darüber lesen Sie hier.
Ezekiel - einer der Schriftpropheten des Tanach

Ezekiel – einer der drei großen Schriftpropheten des Tanach, der hebräischen Bibel und verschleppter Israelit


Deutschland wird – ebenso wie Europa – farbiger werden, und ich fordere jeden bayrischen Weißwurstpatrioten auf, das mal verhindern zu wollen.
Die Menschen wollen iPads aus China, Bananen aus Afrika und Urlaub in der Südsee machen. Man möchte in Europa die Rohstoffe der Erde verfrühstücken, nur die Menschen jener Welt, die sollen bitte draußen bleiben. Das tun sie aber nicht.
Wenn heute immer wieder Vergleiche mit der Völkerwanderung des alten römischen Reiches gezogen werden, dann wird dabei geflissentlich übersehen, dass jene germanischen(!) Stämme, die damals das Imperium Romanum überfluteten, dieses keinesfalls zerstören wollten. Ganz im Gegenteil, diese Völker waren ja gerade vor Krieg und Verwüstung geflohen, und flehten die Kaiser ein ums andere Mal an, sie gleichberechtigte Bürger des Reiches werden zu lassen.
Und jetzt raten Sie mal, wie die römische Oberschicht auf das Erscheinen dieser bettelnden Massen an der Außengrenze des Imperiums reagierte?
Man befestigte die Grenze und begann eine große Fremdenhatz – überall im ganzen Reich wurden „Barbarenfamilien“ mitten in der Nacht aus ihrer römischen Bürgeridylle gerissen, und vom aufgeputschten Mob totgeschlagen.
Was aber glauben Sie, macht einer, dem die Hunnen im Nacken sitzen, während ihm wütende Spießer den Weg versperren? Einfach friedlich kehrtmachen und sich vom Feind abschlachten lassen? Genau dies wird er mit Sicherheit nicht tun. Deshalb wird die deutsche und auch die europäische Zukunft eine multikulturelle und multi-rassische sein – denn die westlichen Eliten hören gleichfalls nicht damit auf, den Angehörigen der Oberschicht der Herkunftsländer jener Elenden dabei zu helfen, die berüchtigten „Fluchtursachen“ beständig zu vermehren.
Militärhilfe an Regime wie die von Pakistan oder Saudi Arabien zu zahlen, macht in etwa so viel Sinn wie Viagra an einen Verein von Vergewaltigern zu stiften. Und in Afrika werden ganze Landstriche von westlichen Großkonzernen und ihren gleichfalls nicht zimperlichen Kollegen aus China brachgelegt, und Millionen von einfachen Farmern dabei heimatlos gemacht.
Ich habe viele Diskussionen über Frei- und Welthandel erlebt, bei denen wuchtige Zahlen herumgeworfen wurden und namhafte Anwaltskanzleien die Interessen ihrer „Corporate Clients“ eloquent vertraten. Aber einen Fürsprecher für Ezekiel (einem der Protagonisten aus meinem Buch) vernahm ich dort nie. Und so frage ich mich, wann auch er die Sachen packen und sich in den Strom des Elends, der nach Norden fließt, einreihen wird – weil seinen Leuten auf Banana Island neben dem Fisch nun auch die Geduld ausgegangen ist.

Um mehr darüber zu lesen, warum ich dieses Buch schrieb, klicken Sie bitte hier.
Ich habe mein Buch geschrieben, weil ich endlich will, dass über den Hass, über die Art, wie er „vererbt“ wird, über Fremdenfeindlichkeit und ihre Ursachen geredet wird. Damit allen klar wird, was für dauerhafte Schäden Politiker, Staatslenker, Kirchenfürsten aber auch Dorflehrer, Straßenbahnschaffner, ja jeder Elternteil mit schnell und gedankenlos dahingeworfenen Floskeln anrichten.
Der Hass, den sie dir in deiner Kindheit beibringen, denn trägst du ein Leben lang mit dir herum – und das kleine Raubtier will raus, um sich in ein großes, menschen- und glückverschlingendes Monster zu verwandeln.
Der Hass wird sich ein Ziel suchen – irgendein Ziel, welches ist ihm dabei ganz egal.
Denn Hass will nichts bewirken, er will nichts aufbauen und auch nichts bewahren.
Was er will, das ist die Welt in Flammen setzen, damit „da draußen“ alles so kaputt aussieht, wie in einem selber innen drin. Dann erst weiß man, dass man im Zuhause der eigenen Seele angekommen ist.

Wo ich gerne sein möchte, erfahren Sie hier.
koreanische Flüchtlinge

Koreanische Kriegsflüchtlinge / Wiki-Commons


Als im Sommer 2015 Angela Merkel, als Mutter der Nation, vor das verunsicherte Volk trat und verkündete „Wir schaffen das!“, und mit „das“ meinte, tausenden von notleidenden Menschen eine menschenwürdige Zukunft zu geben, da war ich einen kurzen Moment lang richtig stolz darauf Deutscher zu sein.
So wie ich vor 9/11 richtig stolz darauf war eingebildeter Amerikaner zu sein.
Aber dann holte uns alle wieder die Realität der Macht und des Machbaren ein. Angela Merkel blieb allein, ja nicht mal aus dem linken Lager bekam sie eindeutige Unterstützung. Alle etablierten Parteien begannen plötzlich wieder Begriffe aus dem Wörterbuch des Unmenschen zu benutzen, da wurde und wird von „Wellen“ und von „Überschwemmung“ geredet. Es wird von „Überforderung“ schwadroniert, und dabei versuche ich noch immer herauszufinden, wer hier von wem Zuviel fordert.
Als es darum ging, die Bänker der westlichen Welt aus deren selbstverschuldeter Misere zu retten, da hatte man Billionen (mit einem ‚B‘) an Euro, Dollar und Pfund innerhalb von Tagen für diese bereitgestellt.
Doch jetzt, da es darum geht, hunderttausende von Menschen zu retten, redet ein jeder nur noch davon, die Fenster und Türen dicht zu machen und die Tore zu verrammeln. Und das nur wenige Wochen vor Weihnachten – dem Fest, welches an das Schicksal des Flüchtlings Jesus Christus erinnern soll. Wissen Sie, woran ich denken muss, wenn ich diese Trecks von gepeinigtem menschlichem Elend sehe?
Ich denke an meine Tante Dora, an Oma Lene und an Großvater Hugo im Kurlandkessel.

Ich glaube immer weniger an die Lernfähigkeit des Menschen, und nähere mich rapide dem Zeitpunkt, wo ich mich dem Statement der geschundenen Kreatur am Ende von Coppolas Film ‘Frankenstein’ anschließen möchte: „I have had enough of man“
Momentan erscheint mir als Siedlungsort Antarktika immer attraktiver – und ich meine das ganz ohne Ironie.

Mehr über den Autor erfahren Sie hier.